Kulturflossfahrt 2024

„Was ist los auf dem Floß? Das Isarfloß als Transportmittel vom Mittelalter bis heute“ 

Unsere Kulturfloßfahrt „Was ist los auf dem Floß? Das Isarfloß als Transportmittel vom Mittelalter bis heute“ am 8. September 2024 war gleichzeitig die Eisfahrt dieses Jahres. Floßmeister Josef Seitner begrüßte uns persönlich auf dem zu diesem Anlass mit Fichtenspitzen geschmückten Floß und erklärte, dass diese letzte Fahrt der Saison heuer wohl nicht so eisig startet, wie der Name nahelegen würde. Und wirklich, unsere Fahrt begann bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen. Unser Vorsitzender Robert Martínez von Bülow begrüßte ebenfalls die Teilnehmer und dann konnte es auch schon losgehen. Das Floß war fast bis auf den letzten Platz besetzt (eine Nachzüglerin konnte wenig später problemlos noch dazustoßen), mit zahlreichen Vereinsmitgliedern, vielen „Neu-Flößern“, Interessierten und Freunden auch von weiter her wie z.B. dem Sankt Johann Nepomuk-Verein Plattling e.V. 

Diesem überreichten wir einen Bierkrug mit einer Abbildung des Heiligen Nepomuk aus unserem Vereinsfundus. Da wir den Krug doppelt besaßen, konnten wir ihn auf diese Weise würdevoll öffentlich präsentieren und die Bande zwischen den Vereinen stärken. Aus dem Vorstand des Flößer-Kulturvereins waren, neben dem Vorsitzenden, auch der Stellvertretende Vorsitzende Sascha Weigelt und die Beisitzerinnen Cornelia Meyer und Lisa Walleit dabei. Geführt wurde das Floß von Flößer Jason, der mit Jakob und Yannik tatkräftige und kundige Unterstützung dabeihatte. Die gesamte Fahrt über machte er uns auf die Eigenheiten und Schönheit der Isar und ihrer Fauna aufmerksam und sorgte dafür, dass niemand, weder wir Floßfahrer noch die Natur, zu Schaden kam.

Musikalisch begleitet wurde die Fahrt von den bekannten Volksmusikerinnen Alexandra Herzinger und Barbara Asanger, die mit Gitarre und steirischer Harmonika wesentlich zur angenehmen Atmosphäre beitrugen. Denn es ging sehr entspannt und herzlich zu auf diesem Floß. Bei Bier, Limo und Wasser und mit schmackhafter Leberkässemmel tauschten sich die Teilnehmer miteinander aus und auch bei den Jüngsten kam keine Langeweile auf. Die Flößer hatten ebenfalls keine Berührungsängste, sondern beantworteten bereitwillig Fragen rund ums Flößerhandwerk und hatten dabei immer einen Scherz auf den Lippen. 

Ein besonderes Highlight waren die insgesamt sieben Floßrutschen, die einigen besonders Mutigen eine Dusche, den anderen zumindest nasse Füße bescherten, wenn diese nicht schnell genug angehoben wurden. Die Begeisterung unserer Floßfahrer, die gute Stimmung und die Schönheit der Fahrt überzeugte auch zwei Neu-Mitglieder, Aynur Y. und Christian S., die wir seitdem bei uns herzlich willkommen heißen dürfen.

Selbstverständlich kam auch die Kultur nicht zu kurz: Der erste Referent, Dr. Gerhard Ongyerth, führte uns mit Steinbeispielen von den Alpen bis nach München und berichtete anschaulich von den verschiedenen Waren, die auf der Isar transportiert wurden. Er beschrieb die Münchner Länden und zeigte zahlreiche Bilder von Flößern aus verschiedenen Zeiten, welche die Stadtbevölkerung mit Baumaterial und Genussmitteln versorgten. Die zweite Referentin, Lisa Walleit, lenkte den Blick auf das Floß selbst und verband Schilderungen von historischen Personenfahrten, Kriegstransporten und Warenverkehr mit Informationen zu Floßmeistern, Gesellen, Lehrlingen und Knechten. Auch hier unterstützten bildliche Darstellungen den interessanten Vortrag.

Zum Mittagessen ländeten wir bei Grünwald an. Wir speisten leger auf dem Floß, wobei für jeden Gaumen etwas dabei war und niemand hungrig nach Hause gehen musste. War das Wetter zu Beginn noch traumhaft schön und ermöglichte einigen Unerschrockenen auch das Baden neben dem Floß, so änderte es sich leider im letzten Fahrtabschnitt. Doch wir ließen uns von dem leichten Regen nicht in die Suppe spucken, sondern beendeten die Fahrt gut gelaunt an der Zentrallände in Thalkirchen.