Die Kulturfloßfahrt fand dieses Jahr am 5. Juli 2026 statt. Vorstandsvorsitzender Robert Martínez von Bülow begrüßte die Teilnehmer noch an der Lände des Flößereibetriebs Franz Seitner. Aus dem Vorstand nahmen zudem die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Christian Schauer und Sascha Weigelt sowie die Beisitzerinnen Cornelia Meyer und Lisa Walleit teil.

Bei angenehmem Wetter starteten wir dann mit etwas Verspätung aber bestens gelaunt auf der Loisach, um nur kurz darauf auf die Isar einzubiegen und das Naturschutzgebiet der Pupplinger Au zu genießen. Da in diesem Abschnitt aus Rücksicht auf die Fauna laute Musik untersagt ist, spielte das Duo „Er & Sie“, bestehend aus Vereinsmitglied Iris Gallecker und Franz Heiß, erst im Anschluss auf, begeisterte jedoch während der gesamten Fahrt mit toller Musik und guter Stimmung, baute Musikwünsche der Teilnehmer in ihr Programm mit ein und animierte zum gemeinsamen Singen.

Auf dem Floß standen Brezen, Schmalznudeln, Leberkäsesemmeln und kühle Getränke bereit, alle halfen zusammen, so dass jeder gut versorgt war. Mittags kehrten wir im Gasthaus „Zur Mühle“ ein, um gestärkt im Anschluss Europas längste Floßrutsche in Angriff zu nehmen.

Die Atmosphäre auf dem Floß war ausgesprochen herzlich und gemeinschaftlich, jeder unterhielt sich mit jedem. Auch unsere Floßmeister Andi und Martin, die uns überaus kundig auch durch stellenweise herausforderndes Niedrigwasser flößten, waren stets bereit, ihr Wissen zu Flößerei, Handwerk, Isar und Loisach mit uns zu teilen.

Zum kulturellen Austausch trugen auch wesentlich die Referenten bei. Autor Stefan Schomann las einen größeren Abschnitt zum Isarraum und den beiden Flüssen aus seinem Buch „Vom Wesen der Flüsse“ und reicherte seine Lesung mit kurzen persönlichen Anekdoten an. Doch er beschränkte sich nicht nur auf die heimischen Gewässer, sondern entführte uns auch noch nach Südamerika, zum Amazonas.
Historikerin Lisa Walleit wiederum nahm uns direkt mit auf die Iberische Halbinsel und stellte die Flößerei auf dem Tajo anhand des Buchs „El río que nos lleva“ (dt. Der Fluss, der uns trägt) von José Luis Sampedro vor. Durch zahlreiche Textauszüge und weitere Erklärungen erfuhren wir von dem Leben der Gancheros, die mit ihren Hakenstangen die Floßstämme Ende der 1940er Jahre vom Oberlauf des Tajo bis nach Aranjuez trifteten.

Vereinsmitglied Johann Kuhn referierte spontan über die Flößerei auf der Drau in Kärnten, die nationale und internationale Flößerei, wodurch wir am Ende unserer Kulturfloßfahrt über ein breites Bild der weltweiten Ausübung des Handwerks verfügten.

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass so viele Interessierte und Mitglieder dabei waren. Besonders schön war auch die Teilnahme zahlreicher „Wiederholungstäter“.
Noch auf dem Floß konnten wir Neu-Mitglied Florian M. in unserem Verein willkommen heißen.

Von links: Christain Schauer, Robert Martínez v. Bülow, Florian M., Sascha Weigelt, Cornelia Meyer, Lisa Walleit
Es war eine tolle, spannende, interessante, amüsante und kurzweilige Kulturfloßfahrt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmern und freuen uns schon auf das nächste Jahr!
